Im Beitrag:
1. Wände spachteln
1.1 Vorbereitung
Das Spachteln von Wänden ist eine vergleichsweise einfache Aufgabe, die Heimwerker oft selbst übernehmen. Dazu benötigt man jedoch das richtige Material und Werkzeug: Neben Spachtelmasse (wie Flächenspachtel und Reparaturspachtel) werden auch Abdeckfolie, Malerkrepp, Schleifpapier oder ein Handschleifer sowie Malerspachtel, Schaber, Kelle und ein Gipsbecher benötigt. Je nach Bedarf können auch Rissbänder, eine Tiefgrundbürste, eine Leiter und eine Bohrmaschine mit Quirl erforderlich sein, falls man die Spachtelmasse nicht von Hand anrühren möchte.
Die Arbeit beginnt mit der Reinigung der Wände und dem Abdecken des Arbeitsbereichs. Nägel, Schrauben, Dübel und loses Material wie abblätternder Putz oder nicht haftende Anstriche müssen entfernt werden, und die vorhandenen Bohrlöcher sollten ausgesaugt werden. Um Staub von der Wand zu entfernen, wischt man sie mit einem Quast oder einem feuchten Lappen ab. Falls die Wandfläche porös oder stark saugend ist, sollte sie mit Tiefengrund behandelt werden.
Im nächsten Schritt wird die Spachtelmasse angerührt. Dazu füllt man den Gipsbecher etwa zu zwei Dritteln mit Wasser und gibt die pulverförmige Spachtelmasse langsam hinzu. Danach wird das Gemisch gründlich umgerührt. Es ist wichtig, die Herstelleranleitung bezüglich Mengenangaben und Abbindezeiten zu beachten. Bei größeren Mengen verwendet man am besten eine Bohrmaschine mit Quirlaufsatz und einen Baueimer oder Mörtelkübel. Da die Spachtelmasse langsam abbindet und aushärtet, sollte man nur so viel anrühren, wie man in kurzer Zeit verarbeiten kann. Alternativ kann auch eine gebrauchsfertige Reparaturspachtelmasse (Fertigspachtel) verwendet werden, die jedoch teurer ist und sich nicht so lange aufbewahren lässt wie Spachtel in Pulverform.
Spachtelmasse wird immer nur in kleinen Mengen angerührt
1.2 Wände spachteln
Wenn nur kleine Löcher und Risse verspachtelt werden müssen, wird die Spachtelmasse mit einem Malerspachtel aufgetragen. Es ist wichtig, die Spachtelmasse gründlich in alle Risse und Löcher einzuarbeiten. Falls einige Risse zu eng sind, um die Spachtelmasse hineinzudrücken, sollten sie leicht verbreitert werden, damit sie sich besser verspachteln lassen. Im zweiten Schritt wird die Wand mit kreisenden Bewegungen glattgespachtelt. Grobe Risse sollten nicht mit Fertigspachtel, sondern mit anrührbarer Spachtelmasse gefüllt und gegebenenfalls zusätzlich mit einem Rissband verstärkt werden.
Beim Spachteln großer Flächen wird die Spachtelmasse zunächst grob mit einem Flächenspachtel aufgetragen und kreuz und quer verteilt. Das Abziehen sollte sorgfältig erfolgen, um eine gleichmäßige Fläche ohne Vertiefungen zu gewährleisten. Sobald die Spachtelmasse getrocknet ist, wird sie mit Schleifpapier, Schleifschwamm oder einem Handschleifer abgeschliffen, um verbliebene Unebenheiten zu entfernen. Wände, die später tapeziert oder gefliest werden sollen, müssen vollkommen eben sein. Falls dies nicht der Fall ist, kann der Wandfläche mit einer Reliefwalze eine Struktur verliehen werden.
2. Trockenbauwand spachteln
Das Spachteln ist auch ein wesentlicher Bestandteil des Trockenbaus: Wände und Decken in Trockenbauweise werden mit Trockenbauplatten verkleidet und anschließend bandagiert, verspachtelt und gestrichen. Um die Plattenstöße zu verstärken, werden sie mit Gitterbändern (sogenannten Rissbrücken) bandagiert, bevor die Fugen verspachtelt werden. Auch die Senklöcher der Schrauben, die beim Verschrauben der Platten entstehen, müssen sorgfältig verspachtelt werden. Die Eckbereiche werden so verspachtelt, dass sie nicht mehr sichtbar sind. Üblicherweise wird die Spachtelmasse in zwei Schichten aufgetragen und abgezogen. Durch das Spachteln entsteht eine ebene Oberfläche, die anschließend gestrichen werden kann.
3. Unterschiedliche Spachtelmassen
Im Handel sind verschiedene Spachtelmassen erhältlich, die zum Füllen von Rissen und Unebenheiten in Wänden und Decken geeignet sind. Spachtelmasse besteht aus Sand, Wasser und einem Bindemittel, welches die Eigenschaften und Anwendungsbereiche der Spachtelmasse bestimmt. Je nach Bindemittel werden Spachtelmassen in folgende Kategorien unterteilt:
- Gipsspachtel: Im Innenbereich werden häufig gipsgebundene Spachtelmassen verwendet. Diese sind pH-neutral und bilden nach dem Trocknen eine glatte und feste Oberfläche, die gestrichen werden kann.
- Acrylspachtel: Spachtelmassen auf Acrylbasis sind dehnbar und daher besonders gut zum Verschließen von Dehnungsfugen geeignet. Sie halten leichten Bewegungen der Bauteile (z.B. Schwanken der Trockenbaukonstruktion oder temperaturbedingte Ausdehnungen) stand, ohne dass Risse entstehen.
- Zementspachtel: Zementgebundene Spachtelmassen sind hart und wasserbeständig, weshalb sie in Feucht- und Nassräumen, auf Fußböden sowie im Außenbereich (z.B. Fassadenspachtel) verwendet werden.
- Polyurethanspachtel: Kunstharzgebundene Spachtelmassen (meist auf Polyurethanbasis) werden zum Abdichten und Füllen von Rissen im Innen- und Außenbereich verwendet. Sie sind dehnbar und verhindern so Risse bei leichten Bewegungen der Bauteile.
- Silikon: Silikon ist eines der gängigsten Materialien zum Abdichten von Dehnungsfugen und Wandrissen. Aufgrund seiner wasserabweisenden Eigenschaften eignet es sich gut für den Einsatz in Feucht- und Nassräumen.
Neben diesen Grundtypen gibt es verschiedene Spezialspachtel für spezifische Anwendungsbereiche. Dazu zählen schnelltrocknende Spachtelmassen, Spachtelmassen für Nassbereiche (z.B. Spritzspachtel zum Ausgleichen von Kratzern und Schleifspuren an Booten) oder Spachtelmassen für bestimmte Untergründe (z.B. Holz oder glasfaserverstärkter Kunststoff). Es gibt auch Spachtelmassen, die speziell für den Trockenbau bzw. zum Spachteln von Gipskartonplatten entwickelt wurden. Spachtelmassen für den Innenbereich sind in der Regel flexibler und leichter zu verarbeiten, während es bei Spachtelmassen für den Außenbereich auf Wetterbeständigkeit ankommt.
Die Wahl der Spachtelmasse hängt von den spezifischen Anforderungen des Projekts ab. Dabei spielen die Art des Untergrunds und die Größe und Lage der zu spachtelnden Fläche eine entscheidende Rolle. Für Risse und Löcher werden standfeste Spachtelmassen verwendet, während für große Flächen verlaufsfähige Spachtelmassen besser geeignet sind. Zudem kann man zwischen Fertigspachtelmasse und Spachtelmasse in Pulverform wählen, die vor der Anwendung angerührt werden muss.
4. Wände spachteln – Kosten
Die Kosten für das Spachteln von Wänden hängen von der Raumgröße, der Komplexität der Arbeit und der verwendeten Spachtelmasse ab. Darüber hinaus variieren die Preise je nach Auftragnehmer und Region. Deshalb ist es ratsam, mehrere Angebote einzuholen, die Preise zu vergleichen und sich von Experten zum Arbeitsumfang und den Kosten beraten zu lassen. Der Preis allein sollte jedoch nicht das einzige Kriterium sein, da günstige Angebote oft minderwertige Leistungen mit sich bringen. Für Spachtelarbeiten gibt es vier verschiedene Qualitätsstufen bzw. Oberflächengüten: Q1 (Grundverspachtelung), Q2 (Standardverspachtelung), Q3 (Sonderverspachtelung) und Q4 (Vollverspachtelung). Malerbetriebe berechnen für Q1 und Q2 etwa 18 €/m², für Q3 zwischen 20 und 35 €/m² und für Q4 bis zu 50 €/m².
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