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1. Fassadenbau: Auftragnehmer für das WDVS
Das Wärmedämmverbundsystem (WDVS) gilt als äußerst effektive Methode zur Dämmung von Gebäuden und wird deshalb oft als Vollwärmeschutz bezeichnet. Allerdings können Fehler bei der Ausführung die Vorteile dieses Systems schnell zunichtemachen. Die Herstellung eines WDVS ist besonders anspruchsvoll, da neben der richtigen Auswahl der Baustoffe auch auf deren Verträglichkeit geachtet werden muss und die verschiedenen Schichten des Systems korrekt ausgeführt werden müssen.
Um sicherzustellen, dass Ihre Fassade professionell und fehlerfrei installiert wird, sollten Sie ein zuverlässiges und erfahrenes Fassadenbauunternehmen beauftragen. Hochwertige Materialien allein garantieren noch nicht die Qualität einer Fassade, denn es kommt auch darauf an, wie diese verarbeitet werden. Erfahrene Auftragnehmer verfügen nicht nur über das notwendige Wissen zu den Produkten, sondern auch über das Know-how für deren fachgerechte Anwendung. Darüber hinaus müssen bei der Fassadenherstellung auch äußere Faktoren wie die Wetterbedingungen berücksichtigt werden.
2. Fassadenbau – was ist zu beachten?
2.1 Geeignete Wetterbedingungen
Für ein qualitativ hochwertiges Ergebnis ist es entscheidend, dass die Fassadenarbeiten nur bei Außentemperaturen von über 5 °C durchgeführt werden. Auch in der Nacht sollte die Temperatur nicht unter diese Grenze sinken. Neben der Temperatur spielen weitere äußere Einflüsse eine wichtige Rolle. Während der Arbeiten muss die Fassade durch eine Gerüstplane vor direkter Sonneneinstrahlung, Schlagregen und starkem Wind geschützt werden, um die Qualität der Ausführung sicherzustellen.
2.2 Richtige Untergrundvorbereitung
Beim Anbringen eines Wärmedämmverbundsystems ist es entscheidend, dass der Untergrund, also die Wand, möglichst eben ist. Vor dem Auftragen des Klebmörtels oder Klebespachtels muss sichergestellt werden, dass die Oberfläche glatt und eben ist. Außerdem ist es wichtig, dass der Untergrund trocken ist, damit die Fassadendämmung optimal haften kann.
Bei Neubauten muss der Betonuntergrund mindestens 30 Tage lang abbinden (unter normalen Witterungsbedingungen), damit man sicher sein kann, dass er ausreichend getrocknet und ausgehärtet ist. Die Winterzeit ist deshalb für Fassadenbauarbeiten ungeeignet.
Eventuelle Ausbuchtungen im Untergrund brauchen zum Trocknen und Aushärten länger als der Rest der Oberfläche und können auch zu Farbabweichungen in der fertigen Fassade führen. Ist der Untergrund nicht trocken genug, können Risse in der Fassade entstehen. Deshalb ist eine glatte und trockene Oberfläche für ein zufriedenstellendes Endergebnis äußerst wichtig.
2.3 Auftragen des Klebemörtels
Der Klebemörtel, der zum Verkleben von Dämmplatten aus Styropor oder Mineralwolle verwendet wird, wird nicht vollflächig, sondern nach der sogenannten Wulst-Punkt-Methode aufgetragen. Zuerst wird eine umlaufende Klebewulst von 5 bis 7 cm Breite auf die Dämmplatten aufgebracht. Anschließend werden zwei bis drei Mörtelbatzen gleichmäßig auf die Plattenfläche verteilt. Dadurch sollte die Klebefläche nach dem Andrücken an den Untergrund mindestens 40 % der gesamten Plattenfläche abdecken. Diese Technik verhindert, dass Luft zwischen die Dämmplatte und den Untergrund gelangt, was die Dämmwirkung beeinträchtigen könnte.
Ist der Untergrund jedoch sehr glatt, kann der Klebemörtel auch vollflächig auf die Dämmplatten aufgetragen werden. Diese Methode, auch „Pressspachtelung“ genannt, wird hauptsächlich bei Putzträger-Dämmplatten aus Steinwolle ohne zusätzliche Beschichtung angewandt. Dabei wird die zur Verklebung vorgesehene Seite mit Klebemörtel und die Außenseite mit Armierungsmörtel bestrichen. Die Pressspachtelung muss vor dem eigentlichen Auftragen von Klebe- und Armierungsmörtel erfolgen.
Nach dem Auftragen des Klebemörtels müssen die Mineralwoll- oder EPS-Dämmplatten sofort an den Untergrund angedrückt werden, damit der Kleber nicht austrocknet und seine Klebekraft verliert. Ist der Klebemörtel auch nur teilweise getrocknet, reduziert sich seine Haftkraft, was zu einer schlechten Anhaftung der Dämmplatten führt. Dies beeinträchtigt nicht nur die Dämmwirkung, sondern auch die Optik und Lebensdauer der Fassade.
2.4 Andrücken der Dämmplatten
Beim Andrücken der Dämmplatten ist es entscheidend, darauf zu achten, dass kein Klebemörtel in die Lager- und Stoßfugen gelangt. Dies könnte sonst die Entstehung von Wärmebrücken fördern. Statt die Platten mit der Hand anzuschlagen, was Dellen in der Oberfläche verursachen könnte, sollten sie vorsichtig mit einem Reibebrett in die richtige Position gebracht werden. Um sicherzustellen, dass die Dämmplatten korrekt und ohne Höhenversatz angebracht werden, sollte regelmäßig mit einer Wasserwaage überprüft werden, ob die Platten lotgerecht sitzen.
2.5 Fensterbänke und Plattenstöße abdichten
Nach dem Anbringen der Dämmplatten müssen die Anschlüsse des Wärmedämmverbundsystems an Fensterbänken, Fensterrahmen und Rollläden sorgfältig abgedichtet werden, um das Eindringen von Feuchtigkeit und die Bildung von Wärmebrücken zu verhindern. Dazu werden die Dämmplatten L-förmig zugeschnitten, um passgenau in die Eckbereiche von Fenstern und Türen zu passen; diese Technik wird auch als „Pistolenschnitt“ bezeichnet. Vor dem Ankleben der Platten wird an beiden Seiten eine abdichtende Anputzleiste angebracht, und in die Fugen wird ein Dichtband eingelegt.
2.6 Fassade verputzen
Der letzte Schritt besteht im Aufbringen der Schlussbeschichtung (Oberputz). Dazu wird zunächst ein Armierungsmörtel aufgebracht und direkt darauf ein Armierungsgewebe in die frische Armierungsspachtelung eingedrückt (dies geht am besten mit der Zahnseite einer Zahnkelle). Im letzten Schritt werden der Putzgrund und der Oberputz aufgebracht und der Sockel verputzt.
3. Fehler in der Fassadenherstellung
Die größten Fehler beim Fassadenbau passieren bei der Abdichtung von Balkonen und anderen auskragenden Bauteilen. In der Folge bilden sich Wärmebrücken, über die viel Heizenergie aus dem Gebäudeinneren verloren geht. Manchmal wird der Balkon gar nicht oder nur sehr mäßig abgedichtet. In der Folge treten Wärmeverluste und eine Verschlechterung des Wohnklimas auf. Zudem kommt es in den Bereichen erhöhter Wärmeabgabe zur Kondensation von Luftfeuchtigkeit, wodurch Schimmelbefall begünstigt wird.
Es kommt auch vor, dass infolge unsachgemäßen Fenstereinbaus im Bereich der Fensterlaibungen keine ausreichend dicke Wärmedämmung eingebaut werden kann, was zu Wärmebrücken und zum Befall durch Wandschimmel führen kann.
4. Fachgerechter Fassadenbau – auf die Details kommt es an
Die fertige Fassadendämmung muss vollständig und lückenlos abgeschlossen sein. Qualitativ hochwertige Fachbetriebe achten darauf, nur bauaufsichtlich zugelassenes Zubehör für ihre Fassadensysteme zu verwenden. Dazu gehören Profile, Leisten, Dichtbänder, Dübel und andere Hilfsmittel, die vor allem für die Anschlüsse an Fensterbänken und anderen Bauelementen unerlässlich sind.
Die fachgerechte Anwendung des passenden Zubehörs für das Wärmedämmverbundsystem ist entscheidend, um dichte Stoßfugen zu gewährleisten. Diese verhindern nicht nur das Eindringen von Feuchtigkeit, sondern schützen die Fassadendämmung auch vor Insektenbefall. Wenn die Stoßfugen nicht vollständig abgedichtet sind, können Ameisen in die EPS-Dämmplatten eindringen und sich dort einnisten. Dadurch wird die Dämmung allmählich durch Ameisensäure zersetzt, was die Dämmwirkung erheblich beeinträchtigt.
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