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    Fassadenputz für Neubau und Sanierung: Wie Außenputz Ihr Haus schützt und aufwertet

    Die Fassade schützt das Haus vor Witterungseinflüssen, prägt seinen architektonischen Charakter und beeinflusst maßgeblich den ersten Eindruck, den ein Gebäude vermittelt. Wenn zukünftige Hausbesitzer von ihrem Traumhaus sprechen, denken sie meist zuerst an seine äußere Erscheinung, an Form, Farbe und Stil. Architekten hingegen beginnen bei der Planung in der Regel mit dem Baukörper und der funktionalen Struktur des Gebäudes. Die Fassade verbindet diese beiden Perspektiven, denn sie schützt die Konstruktion und bestimmt gleichzeitig das Erscheinungsbild des Hauses. Damit sie diese Aufgaben zuverlässig erfüllen kann, muss sie sowohl ästhetisch ansprechend als auch technisch hochwertig ausgeführt sein. Die am weitesten verbreitete Fassadenlösung in Deutschland ist die Putzfassade, wobei der Putz auf ein Wärmedämmverbundsystem (WDVS) aufgebracht wird.
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    1. Fassadenputz und WDVS

    1.1 Vorgehängte hinterlüftete Fassade (VHS) und Wärmedämmverbundsystem (WDVS)

    Grundsätzlich lassen sich Fassaden in zwei Hauptgruppen einteilen: hinterlüftete und nicht hinterlüftete Fassadensysteme. Hinterlüftete Fassaden zeichnen sich durch eine konstruktive Luftschicht zwischen Dämmung und Fassadenbekleidung aus, die für eine kontinuierliche Hinterlüftung sorgt und Feuchtigkeit ableitet. Diese Bauweise ist technisch sehr leistungsfähig, erfordert jedoch einen höheren Planungs- und Montageaufwand. Aus diesem Grund wird sie vor allem bei größeren öffentlichen Gebäuden, Bürogebäuden oder gewerblichen Bauten eingesetzt, obwohl sie sich in der zeitgenössischen Architektur zunehmend auch im privaten Wohnbau durchsetzt. Allerdings ist das gängigste Fassadensystem bei Einfamilienhäusern immer noch das Wärmedämmverbundsystem (WDVS). Dieses System, das auch unter der Bezeichnung Vollwärmeschutz bekannt ist, bietet eine wirtschaftliche und zugleich effektive Lösung für die Wärmedämmung von Gebäuden und eignet sich sowohl für Neubauten als auch für die energetische Sanierung von Bestandsbauten.

    1.2 Was ist ein Wärmedämmverbundsystem?

    Ein Wärmedämmverbundsystem besteht aus mehreren aufeinander abgestimmten Schichten, die gemeinsam eine funktionale Fassadenkonstruktion bilden. Zu diesen Schichten gehören Dämmplatten, Klebe- und Armierungsmörtel, eine Armierungsschicht mit Gewebe sowie die abschließende Deckschicht. Die Dämmstoffe bestehen meist aus expandiertem oder extrudiertem Polystyrol (EPS oder XPS) oder aus Mineralwolle (Steinwolle). Sie werden mit Klebemörtel oder einem Schienensystem direkt auf die tragende Außenwand aufgebracht. Durch diese Bauweise verbinden sich alle Schichten zu einem geschlossenen Fassadensystem. Den Abschluss bildet eine dekorative und zugleich schützende Deckschicht, die in den meisten Fällen aus Außenputz besteht. Alternativ können auch Fassadenverkleidungen aus Naturstein oder Klinker verwendet werden, die jedoch deutlich kostenintensiver sind.

    2. Fassadenplanung

    2.1 Fassadenplanung bei Neubauten

    Bei Neubauprojekten wird das Fassadensystem in einem Zug mit dem Rest des Gebäudes geplant und ausgeführt. Alle Baustoffe, die beim Fassadenbau zum Einsatz kommen, müssen miteinander kompatibel sein und nach genau berechneten Parametern eingekauft werden. Bei Neubauprojekten ist die Fassadenplanung recht einfach, da alle Materialien und Details im Voraus genau festgelegt werden können, was eine konsistente und qualitativ hochwertige Ausführung ermöglicht.

    2.2 Fassadensanierung bei Altbauten

    Wenn eine komplette Altbausanierung oder lediglich die Sanierung einer alten Fassade geplant ist, sollte zuerst der Zustand der bestehenden Fassade geprüft werden. Dazu wird ein etwa 10x10 cm großes Stück Styropor mit Klebstoff oder Mörtel an die Fassade geklebt und mindestens drei Tage lang stehen gelassen, bevor es abgezogen wird. Wenn sich beim Abziehen nur das Styropor von der Fassade löst, der Kleber und die Fassadenoberfläche jedoch intakt bleiben, bedeutet dies, dass der Zustand der Fassade zufriedenstellend ist. Andernfalls muss zunächst der Untergrund fachgerecht ausgebessert werden.

    3. Außenputz: die beliebteste Deckschicht für Fassaden

    3.1 Welche Funktion erfüllt Außenputz?

    Der Außenputz stellt die Schutzschicht des Fassadensystems dar. Er schützt das Bauwerk vor schädlichen Witterungs- und Temperatureinflüssen, wodurch er zu einem angenehmen Wohnklima beiträgt. Zugleich spielt er eine wichtige Rolle für die Langlebigkeit des Hauses selbst. Seine zweite Funktion besteht darin, das Haus und die dazugehörige Gartengestaltung abzurunden und dadurch ästhetisch sowie stilistisch aufzuwerten.

    3.2 Vorteile von Außenputz

    Die Putzfassade stellt auch heute noch die gängigste Fassadenart dar, was nicht verwunderlich ist, da es sich bei Außenputz um die kostengünstigste Deckschicht handelt. Moderne Fassadenverkleidungen aus Holz, Metall, Glas, Verbundwerkstoffe und Kunststoff sind zwar auf dem Vormarsch, werden aber lediglich für einen kleinen Teil der neugebauten Fassaden verwendet. Außerdem sind sie teurer als Außenputz und erfordern oft anspruchsvollere Arbeitsweisen.

    Außenputz ist schneller, einfacher, praktischer und günstiger herzustellen als die oben genannten Fassadenverkleidungen. Putzfassaden sind langlebig, schützen das Bauwerk gut und sehen auch noch schön aus.

    4. Herstellung von Außenputz

    Außenputz wird in grober oder feiner Technik hergestellt, d. h. mit aufgerauter oder geglätteter Oberfläche. Der Putzmörtel muss richtig angemischt werden, damit der Putz eine ausreichende mechanische Festigkeit erreicht, um Schutz, Langlebigkeit sowie Beständigkeit gegen Wasser und UV-Strahlung zu gewährleisten. Des Weiteren muss Fassadenputz wasserabweisend und dampfdurchlässig sein. Durch diese Eigenschaften trägt er nämlich zu einem günstigen Mikroklima in der Wohnung bei, in dem Wandfeuchte und Schimmel keine Chance haben. Außenputz muss nicht weiß sein - auch lebhaftere Farben sind sehr beliebt. Der Verbrauch beträgt durchschnittlich 2-2,5 kg pro m2.

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    Die Putzfassade stellt aufgrund ihres günstigen Preises die gängigste Fassadenart bei Einfamilienhäusern dar.

    5. Arten von Außenputz

    5.1 Hersteller von Fassadenputz

    Dank des Fortschritts in der Baustoffindustrie kommen fast täglich immer bessere Materialien auf den Markt, weshalb es für Laien und manchmal sogar für Fachleute gar nicht so einfach ist, den richtigen Putz auszuwählen. Deshalb sollten Sie auch hier dem Rat von Fachunternehmen und Herstellern vertrauen. Außerdem sollten für die Deckschicht nach Möglichkeit nur Produkte ein und desselben Herstellers verwendet werden, da diese am besten miteinander kompatibel sind. Auch wenn es den Anschein haben mag, dass Mörtel gleich Mörtel und Kleber gleich Kleber ist, hat jedes Produkt seine eigenen spezifischen Merkmale und Eigenschaften.

    Nicht jeder Putz ist für jede Fassade geeignet und nicht jeder Kleber für jedes Material. Achten Sie also darauf, aufeinander abgestimmte Produkte zu verwenden.

    5.2 Klassifizierung von Außenputz

    Allgemein wird Außenputz nach dem Material, aus dem er hergestellt ist, in 4 Haupttypen eingeteilt: Mineralputz, Acrylputz, Silikatputz und Silikonharzputz. Eine spezielle Gruppe umfasst ältere Putzarten wie Zementputz und Mischputz. Die grundlegende Aufgabe von Fassadenputz besteht darin, die Fassade und das Gebäude selbst abzudichten und zu schützen. Verschiedene Arten von Außenputz besitzen unterschiedliche Eigenschaften. Die Auswahl des Putzes erfolgt im Hinblick auf seine Eigenschaften (Zusammensetzung, Körnung, Wasser- und Dampfdurchlässigkeit, Elastizität und Verschmutzungsresistenz) und die Beschaffenheit des Untergrunds, auf den er aufgetragen wird. Es kommt vor allem darauf an, welches Bindemittel der Putz enthält - Acryl, Silikat, Silikonharz oder Mineralien.

    5.3 Untergrund für Außenputz

    Die Wände des Baukörpers werden üblicherweise mit Polystyrol oder Mineralwolle gedämmt (oder es kommen Sandwichwände mit werksseitig eingebauter Wärmedämmung zum Einsatz). Fassadenbau erfordert immer einen festen, sauberen, trockenen und tragfähigen Untergrund, der zunächst mit einer Grundierung beschichtet wird. Es ist sehr wichtig, dass alle für die Fassade verwendeten Baustoffe bis hin zur letzten Putz- oder Farbschicht in Bezug auf ihre Dampfdurchlässigkeit miteinander kompatibel sind. Der am häufigsten verwendete Außenputz ist Acrylputz. Für Fassaden mit Mineralwolldämmung sind Silikon-, Silikat- und Silikonharz-Silikatputz am besten geeignet.

    Für Sandwichwände mit werksseitig eingebauter Wärmedämmung wird Mineral- oder Silikatputz verwendet.

    5.4 Technische Eigenschaften verschiedener Arten von Außenputz

    Hinsichtlich der technischen Eigenschaften gibt es keine großen Unterschiede zwischen den verschiedenen Arten von Außenputz - außer in der Körnung, die den Verbrauch und damit den Preis beeinflusst. Im Hinblick auf das Verhältnis von Qualität, Verbrauch und Preis gilt eine Körnung von 1,5 mm als die beste Wahl. Je gröber die Körnung ist, desto einfacher lässt sich der Putz verarbeiten und desto besser kaschiert er Unebenheiten in der Fassadenoberfläche. Andererseits nutzen sich solche Fassaden schneller ab und sind auch schmutzanfälliger. Eine grobe Körnung lässt die Fassade rustikal und rau aussehen, während feinkörniger Außenputz eine glatte Oberfläche schafft.

    5.5 Farben für Außenputz

    Die Grundfarbe von zusatzfreiem Putz ist weiß, doch die Putzmischung lässt sich problemlos einfärben. Im Allgemeinen wird von dunkleren Farben abgeraten, da dunkler Putz anfälliger für Rissbildung ist, die aufgrund von Wärmeausdehnung und thermischer Kontraktion auftritt. Die geeignetsten und langlebigsten Anstriche für Außenputz werden von den Herstellern meist mit dem Buchstaben Y gekennzeichnet.

    6. Verschiedene Arten von Außenputz im Detail

    6.1 Acrylputz

    Außenputz auf Acrylbasis ist am einfachsten zu verarbeiten; die Putzfläche ist geruchsneutral, sie trocknet schnell und lässt sich leicht reinigen. Der Putz haftet sehr gut auf dem Untergrund und ist darüber hinaus sehr widerstandsfähig und wasserabweisend. Mit Acrylputz lassen sich sowohl raue als auch glatte Fassadenoberflächen herstellen.

    6.2 Silikonharzputz

    Außenputz auf Silikonharzbasis gilt als die hochwertigste und prestigeträchtigste Variante, doch die Zugabe von Silikonharz macht den Fassadenputz teuer. Auf Silikonharzputz gibt es im Regelfall eine 25-jährige Garantie. Er eignet sich für Fassaden, die extremen Witterungsbedingungen ausgesetzt sind, da er hochdampfdurchlässig, wasserdicht und sehr widerstandsfähig gegen UV-Strahlung und unterschiedliche Witterungseinflüsse ist. Auch Silikonharzputz ist einfach zu verarbeiten, zu seinen großen Vorteilen gehört aber auch die breite Farbpalette mit mehr als 1300 Farbtönen.

    6.3 Silikatputz

    Silikat-Außenputz wird auf der Basis von Kaliwasserglas hergestellt und muss bei etwas höheren Temperaturen - zwischen 15 °C und 30 °C - verarbeitet werden. Besonders gut eignet er sich zur Altbausanierung, da er sowohl für Sandwichwände als auch für klassische Wände verwendet werden kann.

    6.4 Kombinierter Außenputz

    Kombinierter Silikat-Silikonharz-Fassadenputz vereint die besten Eigenschaften beider Putzarten. Er ist diffusionsoffen, wasserabweisend und beständig UV-beständig. Kombinierter Außenputz eignet sich hervorragend für die Sanierung von mit Steinwolle gedämmten Altbauten.

    6.5 Zementputz

    Mineralischer Dünnschicht-Außenputz auf Zementbasis wird auf der Basis von Mineralien, Kalk und Zement hergestellt und zum Schutz sowie zur Dekoration von Fassadenflächen verwendet. Aufgrund seiner Porosität weist er selbstreinigende Eigenschaften auf. Außenputz auf Zementbasis haftet außerordentlich gut und lässt sich leicht verarbeiten. Zudem ist er besonders diffusionsoffen und wasserabweisend, sodass sich Schimmel und Feuchtigkeit nicht daran festsetzen können. Besonders beliebt war Zementputz in den 1980er Jahren.

    6.6 Dekorputz

    Dekorativer plastifizierter Fassadenputz kann einkomponentig oder zweikomponentig sein und wird auf der Basis von hydraulischen Bindemitteln unter Zusatz von Additiven und Marmorzuschlagstoffen hergestellt. Er gilt als einer der besten neuen Typen von Außenputz.

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    Das Verputzen erfolgt am besten im Frühjahr oder im Herbst.

    7. Schlussschicht der Fassade: Herstellung von Außenputz

    7.1 Maschinelle und manuelle Verarbeitung

    Nachdem die Fassade gedämmt, also mit harten oder weichen Materialien zur Wasser-, Wärme- und Schalldämmung verkleidet wurde und getrocknet ist, wird sie verputzt. Das Verputzen mit Außenputz wird meistens maschinell durchgeführt, da es mithilfe einer Motorpumpe und eines Sprühgeräts schneller und einfacher vonstattengeht als von Hand. Nur die schwer zugänglichen Stellen sowie die Bereiche um Fenster und Türen herum werden von Hand bearbeitet.

    Grobkörniger Putzmörtel wird zur Herstellung rauer Oberflächen verwendet, mit feinkörnigem Putzmörtel lassen sich dagegen feine und einheitliche Oberflächen herstellen. Natürlich lassen sich beide Varianten mit beliebiger Farbgebung versehen.

    7.2 Verputzen: im Frühjahr und im Herbst

    Das Auftragen von Außenputz sollte im Frühjahr oder im Herbst erfolgen, wenn die Witterungsverhältnisse und Lufttemperaturen am geeignetsten sind. Hohe Luftfeuchtigkeit, sengende Sonne, starker Wind, Regen oder sehr niedrige Temperaturen sind für das Verputzen ungünstig, darum sollte die Arbeit nicht im Sommer oder im Winter ausgeführt werden.

    8. Außenputz - Materialpreis

    Genau wie bei allen anderen Materialien hängt auch bei Außenputz der Preis von der Größe der Fläche, der Art und Weise der Verarbeitung und natürlich von der Art des Putzes sowie dem Hersteller ab. Putzmörtel wird normalerweise in Säcken (Pulver) oder Eimern (Gemisch) zu 25 oder 40 kg verkauft. Die Preise liegen zwischen 0,10 und 0,50 Euro pro kg. Hinzu kommen noch die Arbeitskosten, eventuell der Aufbau eines Baugerüsts und Aufpreise für Zusatzleistungen.

    Autor: Daibau Magazin

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